Aus aktuellem Anlass: Der Wettbetrug – Prüfungsaufbau und Probleme

  • Bender

    Seh ich das richtig, dass man erhöhten Begründungsaufwand dann hat, wenn der Wettanbieter nicht gleichzeitig „Wettgegner“ ist, sondern lediglich – unter Einforderung einer Teilnahmegebühr – Wetten der Kunden untereinander vermittelt? Dann läge beim Anbieter ja schon gar kein Schaden vor, geschädigt würden die jeweils anderen Teilnehmer, deren errechnete „Quote“ oder Gewinnerwartung durch den Abschluss des Vertrags mit dem manipulierenden Teilnehmer entwertet würden (Dreiecksbetrug)

  • Christian Muders

    Hmmm…die Konstellation finde ich
    insofern problematisch, als die Quoten der übrigen Teilnehmer schon
    unabhängig von der Täuschung des Täters ggü. dem Wettanbieter
    i.F. seiner Beteiligung an dem Wettspiel sinken, nämlich schon wegen
    der vorherigen Manipulation des Spiels als bloße
    Vorbereitungshandlung – hier würde ich daher eher (wiederum) an die gewährte höhere Gewinnquoten zugunsten des Täters anknüpfen, die dann der Wettanbieter – in Vertretung der übrigen Teilnehmer – gewährt, alternativ an die tatsächliche Gewinnausschüttung, die dem manipulierenden Wettteilnehmer ja in keinem Falle zusteht.

  • Bender

    Schon richtig, nur reicht ja nicht, dass der Manipulierende einen ihm nicht gebührenden VOrteil erlangt, sondern es muss zuvorderst ein Vermögensschaden eintreten.

    Beim Anbieter sehe ich den jedenfalls weder durch den Abschluss mit dem Täter, noch mit der späteren Gewinnauszahlung, da in dem von mit geschilderten Fall der Anbieter nur das von allen Teilnehmern gewettete Geld – gemäß den Quoten – verteilt, abzüglich einer Gebühr.

    Was den Schaden der anderen Teilnehmer angeht, so haben sie recht, der ist in der Tat schon durch die Einflussnahme auf das Ergebnis eingetreten. Weder durch die Aufnahme des Manipulierenden, noch durch die spätere Auszahlung wird dieser „vertieft“.

    Vielleicht kommt man weiter, wenn man annimmt, dass im Falle eine Spielmanipulation den Teilnehmern gegen den Anbieter Ansprüche auf Rückzahlung des Wettbetrages (§ 313 BGB oder condictio ob rem) zustehen, die dadurch vereitelt werden, dass der Gewinn an den Täter ausgeschüttet wird…

  • Sarah

    Wie ist die Lage, wenn jemand anderes (ein Freund des A) den Wettschein für A abgibt, der von der Manipulation weiß und 5% des Gewinns bekommt

  • Tobias

    Mittäterschaft?!

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